Gartenverein "Zur Lenteninsel" e.V.

Gut Grün

 

Garten 29: Die Imkerei

Seit August 2013 befinden sich in der Kleingartenanlage Bienen.

Das kam so:  

Mein Enkel betreute Bienen an seiner Schule und beendete die Schule, um in eine Ausbildung zu starten. Sein Schulleiter meinte, wenn er weiterhin Interesse am Imkern hätte, würde er ihm zwei Bienenvölker überlassen, wenn wir einen passenden Platz hätten.

Ich sah zufällig einen Artikel in der Zeitung, indem von der neuen Streuobstwiese in der Gartenanlage  „Zur Lenteninsel"  berichtet wurde und dass die Gärtner einem Imker Platz für seine Bienen anbieten würden. Also ging ich zu einem Treffen  und erzählte von den Bienen. Es wurde mir sogleich ein Garten gezeigt und man war hocherfreut über die zu erwartenden Bienen.

Da mein Enkel noch nicht volljährig war, übernahm ich den Garten und auch neben meinem Enkel die Mitgliedschaft im Imkerverein „Dortmund- Derne". Der 1. Vorsitzenden des Imkervereins sah sich den Garten an und meinte, dass das ein geeigneter Platz sei, denn die Streuobstwiese als Standort für die Bienen sei noch zu offen.

Mein Mann, mein Enkel und ich besorgten also die Beuten (das sind die Häuser für die Bienen) und der Umzug der Bienen erfolgte dann im August 2013. Leider starben die zwei Bienenvölker, da Unbekannte Gift in die Fluglöcher gesprüht hatten. Wir waren sehr traurig und enttäuscht und überlegten, ob wir weiterhin dort Bienen halten wollten.

Aber ich war mittlerweile von den Bienen so angetan, dass wir neue Bienenvölker und neue Beuten bestellten. So kamen im April 2014 zwei neue Bienenvölker und zwei neue Beuten in meinen Garten.  

Im Frühjahr und im Sommer 2014 konnten wir das erste Mal Honig ernten. Überhaupt war das Jahr 2014 ein starkes Bienenjahr. Wir konnten drei Bienenschwärme, die sich an unserem Birnbaum niedergelassen hatten, einfangen. Wenn die Arbeitsbienen sich eine neue Bienenkönigin schaffen und der Imker das nicht rechtzeitig merkt, verlässt die alte Königin mit einem Teil des Volkes den Bienenstock und sucht sich ein neues Zuhause. Bei uns im Garten haben sie sich ein neues Zuhause gesucht. Diese Bienenschwärme haben jetzt ein neues Zuhause in einer anderen Kleingartenanlage.

Die Kleingartenanlagen, die Bienen beheimaten, haben fast doppelt so hohe Ernteerträge wie die Gartenanlagen ohne Bienen. Im Moment gibt es den Trend, Bienen in Städten anzusiedeln, da die Bienen dort mehr Pollen und Nektar finden als auf den Feldern der Bauern, die oft nur Monokulturen sind.

In den Gartenanlagen, in denen sich Bienen befinden, sollte kein Gift gesprüht werden.

In einem Bienenvolk lebt eine Königin, deren einzige Aufgabe darin besteht, Eier zu legen. Die Arbeitsbiene durchläuft während ihres kurzen Lebens mehrere Stadien. Nach dem Schlüpfen versorgt die Arbeitsbiene die Larven mit Futter und baut neue Waben aus Wachs. Dann muss sie den Stock als Wächterin bewachen und schließlich darf sie als Sammelbiene den Stock verlassen. Nun fliegt sie die Blüten an und sammelt Pollen und Nektar und bringt alles zurück in den Stock. Dort wird der Nektar durch Einwirken von Fermenten zu Honig verarbeitet.

Aus den nicht befruchteten Eizellen schlüpfen im Frühjahr die Drohnen, das sind die männlichen Bienen. Ihre Aufgabe ist es eine neue Königin zu befruchten. Sie werden von den Arbeiterinnen gefüttert.  

Im Frühling und Frühsommer hat der Imker am meisten zu tun. Er muss jede Woche eine Schwarmkontrolle durchführen. Jetzt leben bis zu 40 000 Bienen in dem Bienenstock. Der Imker kann nun einen Ableger anlegen, d.h. er nimmt eine Wabe mit Brutzellen und zwei Waben mit Futter und einen Teil der Bienen, die auf den Waben sitzen und stellt sie in eine neue Beute. Das Flugloch muss er verkleinern und bringt diese neue Beute an einen anderen Ort, mehrere Kilometer entfernt. Dann darf er vier Wochen nichts unternehmen. In dieser Zeit schlüpfen die Bienen aus den Brutzellen und die Arbeiterinnen haben sich eine neue Königin erschaffen. Nun geht die Königin auf Hochzeitsreise und lockt ganz viele Drohnen an, die sie begatten. Dann kehrt sie zum Stock zurück und beginnt mit dem Stiften, d.h. der Eiablage. So hat sich ein neues Bienenvolk entwickelt.

Im Herbst, im September muss der Imker mit Ameisensäure eine Behandlung gegen die Varroamilbe, die die Bienen bedroht, vornehmen. Danach muss er die Bienen mit Zuckerwasser für den Winter füttern. Im Dezember erfolgt noch einmal eine Behandlung gegen die Varroamilbe, die die Bienen schädigen. Im Winter leben auch nur noch 5 000 bis 10 000 Bienen im Stock, die Winterbiene lebt länger zwischen 2 und 6 Monaten, eine Frühjahrs-bzw. Sommerbiene lebt 2 bis 6 Wochen.

Auf jeden Fall ist es spannend Bienen zu halten und wir Imker tauschen ständig unsere Erfahrungen aus und helfen uns gegenseitig.

Im Moment fiebere ich ein wenig dem Frühjahr entgegen und hoffe, dass meine Bienen überleben.

Da ich den Garten 29 nur der Bienen wegen habe, bin ich nicht so oft im Garten anzutreffen. Dort hängen jedoch meine Festnetznummer und meine Handynummer, sodass ich erreichbar bin. Ich bin gerne bereit auf Wunsch Informationen zu geben oder auch am Stand etwas zu zeigen.

Januar 2015

Ursula Nolte

http://www.dortmunder-imkervereine.de/pages/ortsvereine/derne.php